Schiffshebewerk Finow – Wunder der Technik

Ich hatte schon viel über das Schiffshebewerk Finow ein Wunder der Technik und dessen Geschichte gehört und gelesen. Doch als ich selber davor stand, war ich schlichtweg beeindruckt und begeistert.

Schiffshebewerk Finow

Kurz zur Geschichte: Bis zu dem Zeitpunkt, als man 1927 mit dem Bau des Schiffshebewerkes im Oder-Havel-Kanal begann, mußte ein Höhenunterschied zu je 9 Metern mit 4 Schleusen allein in Niederfinow überwunden werden. Durch den Bau des Schiffshebewerkes sollte die Schleusungsdauer deutlich reduziert werden.
Mit der Inbetriebnahme und Eröffnung des Schiffhebewerkes am 21. März 1934 wurde nach gut sieben Jahren Bauzeit und einer bis dahin entstandenen Bausumme von 27,5 Millionen Reichsmark ein Meisterwerk und Wunder der Technik in Betrieb genommen, welches Tausend-Tonnen-Schiffe befördern konnte. Im Jahre 1999 hatte das Schiffshebewerk bereits 65 Jahre ohne größere Reparaturen und Beschädigungen überstanden, welches so auch fast beispiellos ist.

Schiffshebewerk Finow

Schiffshebewerk Finow

Die eigentliche Hubdauer beträgt 5 Minuten. Die gesamte Schleusung mit Ein-und Ausfahrt der Schiffe dauert 20 Minuten. Das Schiffshebewerk ist rund um die Uhr in Betrieb und nimmt die Schleusungsarbeiten je nach Aufkommen vor.
Im Moment wird ein neues, größeres Schiffshebewerk neben dem Vorhandenen errichtet, um auch größere und mehr Schiffe schleusen zu können. Dieser Rohbau wirkt jetzt schon sehr imposant. Und man kann schon jetzt davon ausgehen, das ein weiteres Wunder der Technik entsteht.

Beim Bau des „alten“ Schiffshebewerkes wurden 18.000 Tonnen Stahl verbaut. Die ausschließlich genietete Stahlgerüstkonstruktion wurde auf einer 8 Meter tiefen und 100 Meter langen Betonwanne errichtet. Der Stahltrog, welcher 85 x 12 Meter mißt, wird über zwei Wellen, welche mit Umlenkrollen bestückt sind, bewegt. Sie befinden sich in ca. 50 Meter Höhe an den Längsseiten der Konstruktion. Über diese Umlenkrollen werden Stahlseile geführt, an denen 256 Gegengewichte hängen. Der Antrieb wird einzig und allein durch vier Gleichstrommotoren mit je 55 KW Leistung erzeugt. Durch die Verwendung von Getrieben und Zahnstangen ist eine höhere Leistung nicht notwendig. Zu bemerken ist, dass sich das Gewicht des Troges durch das Einfahren von Schiffen durch die Wasserverdrängung nicht erhöht und der Antrieb somit immer das gleiche Gewicht befördern und Leistung bringen muss.
Jene Schiffe die früher keinen eigenen Antrieb besaßen, wurde am Schiffshebewerk durch eine Treidellok betrieben, die heute allerdings nur noch als geschichtlicher Zeitzeuge dient.
Der Blick hinab auf die Schiffe ist beeindruckend und faszinierend. Auch die ganze Technik und Funktionsweise des Beförderns der Schiffe zieht einem in den Bann. Schwindelfreiheit ist Grundvoraussetzung um dem „Spektakel“ komplett beizuwohnen.

Man sollte dieses Wunder der Technik unbedingt mal live gesehen haben. Und Brandenburg ist so oder so immer eine Reise wert.

Kommentare (1)

  1. Ich hatte schon viel über das Schiffshebewerk Finow ein Wunder der Technik und dessen Geschichte gehört und gelesen.

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